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Forschungsvorhaben

Kollaborierender Roboter „Kobot“ bei Ford schafft Jobs für Beschäftigte mit Schwerbehinderung

Leistungsgewandelter Mitarbeiter in Zusammenarbeit mit dem Kobot, einem kollaborierenden Roboter, im Kölner Ford Motorenwerk
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Mitarbeiter in Zusammenarbeit mit dem Kobot im Kölner Ford Motorenwerk; Foto: Ford

LVR förderte Modellprojekt mit 372.000 Euro / Wichtige Erkenntnisse für technische Entwicklungen zur Inklusion auf dem Arbeitsmarkt

13. August 2021 - Der deutsche Automobilhersteller Ford hat die Einrichtung eines kollaborierenden Roboters erfolgreich abgeschlossen. Nach rund einem Jahr Forschung, Entwicklung, Schulung von Mitarbeitenden und Trockenläufen arbeitet der sogenannte Kobot, ein Wortspiel aus kollaborierend (zusammenarbeitend) und Roboter, nun taktgebunden im Linienfluss im Kölner Motorenwerk. Ford, die Rheinisch Westfälisch Technische Hochschule in Aachen (RWTH) sowie der Landschaftsverband Rheinland (LVR) forschten rund ein Jahr lang an dieser neuen Einsatzmöglichkeit. Das vom LVR mit 372.000 Euro geförderte Modellprojekt hatte das Ziel, den Roboter dergestalt in eine Fertigung einzubauen, dass ein Mensch mit Schwerbehinderung sich einen Arbeitsplatz mit einem Roboter teilt.

Der Kobot setzt gemeinsam mit einem Mensch Magnetspulen in einen Öler ein, nimmt diese anschließend auf und presst sie in den Stirndeckel des Motorblocks. Diese Arbeit erfordert große Eindruckkräfte, die selbst für gesunde Arbeitende auf Dauer belastend sein können. Bei den menschlichen Partnern handelt es sich um Mitarbeitende mit Schulter- und Handgelenkproblemen. So konnte ein Arbeitsplatz für zwei Beschäftigte mit Schwerbehinderung geschaffen werden. Das Besondere ist die Konfiguration des Roboters: Er arbeitet mit dem Menschen interaktiv „Hand in Hand“ und ist nicht durch eine Schutzeinrichtung, wie zum Beispiel einen Maschinenschutzzaun, abgetrennt.

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Modellprojekt zur Ausbildung von Bildungsfachkräften

Sieben Personen schauen fröhlich in die Kamera.
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Die Teilnehmer*innen des Modellprojekts. (Foto: Uwe Weiser, LVR)

Sieben Menschen mit sehr unterschiedlichen Behinderungen sollen sich bis 2022 durch das Institut für Inklusive Bildung NRW als Bildungsfachkräfte an einer Hochschule qualifizieren.

Nach der Projektphase können sie Fach- und Lehrkräften vermitteln, wie Inklusion praktisch gelingt. Denn das Verständnis für Menschen mit Behinderung spielt besonders für die tägliche Arbeit von Lehrer*innen und Erzieher*innen eine wichtige Rolle. Aber auch bei anderen Berufsfeldern, in der Verwaltung, Architektur oder in der Justiz rückt der Umgang mit behinderten Menschen mehr in den Fokus.
Am 01. Oktober 2018 ist das Modellprojekt im Rheinland gestartet, das unter anderem aus Mitteln der Ausgleichsabgabe finanziert wird. Es verfolgt mehrere Ziele:

  • nicht die Behinderung, sondern die speziellen Fähigkeiten jedes Einzelnen stehen im Vordergrund – Anerkennung von Potenzialen
  • soziale Teilhabe von Menschen mit Behinderungen auch im öffentlichen Bildungsraum
  • Verständnis für Inklusion in der Gesellschaft

Das Institut für Inklusive Bildung NRW hat sich mit dem Projekt „Inklusive Bildung NRW“ um den Kölner Innovationspreis Behindertenpolitik (KIB) 2021 beworben. Hier finden Sie die Bewerbungsunterlagen:

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Modell-Projekt "Next Generation"

Im Rahmen des Modell-Projektes "Next Generation" des Caritasverbandes Köln in Zusammenarbeit mit dem LVR-Inklusionsamt sowie der RWTH Aachen und der Fachhochschule des Mittelstandes soll die Teilhabe behinderter Menschen am allgemeinen Arbeitsmarkt mithilfe von Mensch-Roboter-Kollaboration gefördert werden.

Der Ansatz der Industrie 4.0 bietet Menschen mit Behinderungen die Möglichkeit, neue Technologien als inklusionsförderndes Instrument zu verstehen und einzusetzen. Sie ermöglicht dem bisher nicht berücksichtigten, arbeitsmarktrelevanten Potential behinderter Menschen den barrierefreien und inklusiven Zugang zum Arbeitsmarkt.

Weitere Informationen finden Sie hier:

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Betriebliche Ausbildung für Jugendliche mit Behinderung

Im August 2020 startete das aktuelle vom LVR-Inklusionsamt finanzierte Forschungsvorhaben zur inklusiven beruflichen Ausbildung, durchgeführt von der Humboldt-Universität zu Berlin sowie der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg. Ziel ist, die Möglichkeiten einer betrieblichen Ausbildung oder Beschäftigung von jungen Erwachsenen mit Behinderung zu verbessern.

Fact Sheet Inklusive berufliche Ausbildung (barrierefrei) ( PDF, 356 kB )

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Inkludierte Gefährdungsbeurteilung

Im Sommer 2015 begann die Arbeit am Forschungsprojekt zur inkludierten Gefährdungsbeurteilung.

In Zusammenarbeit mit dem sicherheitswissenschaftlichen Institut für Arbeitsmedizin, Sicherheitstechnik und Ergonomie e.V. (ASER) in Wuppertal ist eine Methodik entwickelt worden, mit deren Hilfe systematisch spezielle Gefährdungen für schwerbehinderte Menschen am Arbeitsplatz ermittelt und bewertet werden sollen. Sie soll helfen, diese speziellen Gefahren, falls erforderlich, zu vermeiden, beseitigen oder minimieren.

Die Methodik wurde am Beispiel von Menschen mit Hörbehinderung erarbeitet. Sie kann mit entsprechenden Modifikationen jedoch auch auf andere Behinderungsarten übertragen werden.

Insbesondere für kleinere und mittlere Betriebe soll die Methode als Unterstützung dienen.

Das Forschungsprojekt möchte einen Beitrag dazu leisten, dass die Beschäftigung von Menschen mit (Schwer-)Behinderung auch unter Gesichtspunkten des Arbeitsschutzes immer mehr zu einer Normalität in den Betrieben wird.

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Budget für Arbeit

Im Jahr 2013 hat das LVR-Inklusionsamt die Universität Halle/Wittenberg mit der Durchführung eines Forschungsprojektes zum „Budget für Arbeit“ beauftragt.

Die Ergebnisse wurden in einem Forschungsbericht zusammengefasst und am 28. November 2014 in Köln vorgestellt.

Unter dem Begriff „Budget für Arbeit“ werden Lösungsansätze der unterschiedlichen Bundesländer für den Übergang schwerbehinderter Menschen auf den allgemeinen Arbeitsmarkt zusammengefasst. Im Rahmen des Forschungsberichts wird ein Vergleich der unterschiedlichen Ansätze angestellt und es werden die rechtlichen und finanziellen Rahmenbedingungen beleuchtet.

Nachfolgend können Sie sowohl den Forschungsbericht als auch die dazugehörige Präsentation der Autorinnen Prof. Dr. Katja Nebe und Diplom-Juristin Natalie Waldenburger herunterladen.

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