Seelische Krankheiten früher

Früher hat man Menschen mit seelischen Krankheiten schlecht behandelt.
Man hat sie Irre genannt.
Menschen mit seelischen Krankheiten mussten in Irren-Häusern sein.
Dort waren sie wie im Gefängnis eingesperrt.

Später haben Ärzte und Ärztinnen viel nachgedacht.
Sie haben über seelische Krankheiten geforscht.
Es gab dann neue Behandlungen für die Menschen.
Die Ärzte und Ärztinnen sagten:
Das sind kranke Menschen.
Sie brauchen Behandlung und Hilfe.
Man muss für sie sorgen.

Früher durften sich Menschen in Anstalten nicht frei bewegen.

Provinzial- Heil- und Pflege-Anstalten

Zu dieser Zeit hat man neue moderne Anstalten gegründet.
Dort gab es neue Behandlungen.
Auch im Rheinland wurden solche neuen Anstalten gegründet.
Die Anstalten hatten hier diesen Namen:
Provinzial- Heil- und Pflege-Anstalten.
Die Anstalten waren für viele andere Länder in Europa Vorbild.

National-Sozialismus

Dann kam jedoch der National-Sozialismus.
Das war eine schlimme Zeit.
Die National-Sozialisten folterten Menschen.
Sie verfolgten Menschen.
Und sie ermordeten Menschen.
Auch Menschen mit seelischen Krankheiten.

Nach dem 2. Weltkrieg haben viele Menschen gesagt:
Es muss sich sehr viel ändern.
Die Menschen waren der Ansicht:
Alle Menschen haben Rechte.
Auch Menschen mit seelischen Krankheiten haben Rechte.
Man darf die Menschen nicht länger benachteiligen.
Man muss ihnen helfen.
Damit sie wieder gesund werden.

Sechs Menschen mit und ohne Behinderung sitzen in zwei Waagschalen. Beide Waagschalen sind auf einer Höhe. Das Bild steht dafür, dass alle Menschen die gleichen Rechte haben.

Eine Untersuchung

Die Politiker und Politikerinnen in Deutschland haben damals beschlossen:
Wir müssen noch mehr über das Leben von Menschen mit seelischen Krankheiten erfahren.

Psychiatrie-Enquete

Es gab eine Psychiatrie-Enquete.
Eine Enquete ist eine große Untersuchung.
Es gab also eine große Untersuchung zu dem Thema Psychiatrie.
Eine Gruppe von Fachleuten machte diese Untersuchung.
Die Gruppe startete mit ihrer Arbeit im Jahr 1971.

Die Gruppe sammelte Informationen darüber.

  • Wie geht es Menschen mit seelischen Krankheiten?

  • Wie werden sie in den Kliniken behandelt?

Das Ergebnis der Gruppe war:
Menschen mit seelischen Krankheiten wurden immer noch schlecht behandelt.
Nicht mehr so schlimm wie davor.
Aber immer noch nicht gut.

Die Gruppe überlegte:

  • Was muss verbessert werden?

  • Wie sollen die Kliniken sein?

  • Welche neuen Behandlungen sind nötig?

Viele Menschen sitzen an einem Tisch und reden über etwas.

Professor Dr. Caspar Kulenkampff

Die Gruppe hatte einen Vorsitzenden.
Sein Name war Professor Dr. Caspar Kulenkampff.
Er war Leiter der Rheinischen Kliniken in Düsseldorf.
Er war zuständig für Gesundheit beim LVR.
Professor Dr. Kulenkampff hat viel dafür getan:

  • Dass sich in den Kliniken vieles verbessert.

  • Es gab neue Behandlungs-Angebote.

  • Die Menschen wurden nun viel besser behandelt.

Arzt in einem Arztkittel

Ein Plan für das Rheinland

Man hat damals auch für das Rheinland einen Plan gemacht.
Darum ging es:

  • Wie kann man Menschen mit seelischen Krankheiten im Rheinland gut versorgen?

  • Wie kann man Menschen mit einer geistigen Behinderung gut versorgen?

Ein wichtiges Ziel war:
Die Menschen sollen ganz in der Nähe Unterstützung bekommen.
Zum Beispiel in ihrer Stadt.

Heute werden die Menschen in den Kliniken gut behandelt.
Und auch die Fach-Leute arbeiten heute gut zusammen.

Ein Klinik-Gebäude vor dem ein Krankenwagen parkt.