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Inklusion: Gemeinsame Bildung von Anfang an!

Die Fachberatung im LVR-Landesjugendamt Rheinland unterstützt die öffentlichen und freien Träger bei Fragestellungen zur Betreuung von Kindern mit Behinderungen in Kindertageseinrichtungen durch Beratung und Fortbildung.

Durch das in Kraft treten der UN-Behindertenrechtskonvention sind alle Träger von Institutionen und Träger von Tageseinrichtungen für Kinder aufgefordert, die Rahmenbedingungen für eine gemeinsame Erziehung von allen Kindern in den jeweiligen Einrichtungen sicherzustellen. Durch das Kinderbildungsgesetz NRW (KiBiz) und die freiwillige LVR–Kindpauschale (FinK) wurde eine Grundlage für den finanziellen Rahmen geschaffen. Beratungen zur konzeptionellen Veränderung können unter anderem bei der Fachberatung des LVR- Landesjugendamt angefragt werden. Die LVR-Fachberatung unterstützt die Träger durch Beratung und Fortbildung auf diesem Weg.

Rheinland-Kita-Studie

Welche Voraussetzungen müssen vorliegen, damit Inklusion in der Kita gelingt?

Rund 1.700 Leitungen von Kindertageseinrichtungen im Rheinland haben sich an der Rheinland-Kita-Studie des Landschaftsverbandes Rheinland (LVR) beteiligt. Die Rheinland-Kita-Studie ist das bundesweit größte Forschungsprojekt dieser Art. Erstmals wurde wissenschaftlich untersucht, wo sich die Kindertageseinrichtungen im Rheinland auf dem Weg zur Inklusion befinden. Die Studie zielte zum einen darauf ab, eine Bestandsaufnahme der Maßnahmen zur Umsetzung von Inklusion mit dem Fokus auf Kinder mit Behinderungen in den Kindertageseinrichtungen des Rheinlandes vorzunehmen. Zum anderen sollten Gelingensbedingungen und Herausforderungen für die weitere Umsetzung der Teilhabe von Kindern mit Behinderung in den Tageseinrichtungen identifiziert und daraus ableitbare Entwicklungsansätze und Empfehlungen für den weiteren Implementierungs- und Gestaltungsprozess ausgesprochen werden.

Darüber hinaus sollten die Inanspruchnahme und Verwendung der freiwilligen Leistung des LVR, der sogenannten LVR-Kindpauschale (FInK) und der erhöhten KiBiz-Kindpauschale untersucht werden. Zusätzlich zu der erhöhten Kindpauschale des KiBiz sollte die freiwillige Förderung Rahmenbedingungen schaffen, um in allen Tageseinrichtungen im Rheinland eine gute inklusive Bildung und Betreuung zu ermöglichen.

Zentrale Ergebnisse

Zu den zentralen Erkenntnissen der Studie gehört, dass 58 Prozent der befragten Einrichtungen Kinder mit Behinderung betreuen. 42 Prozent nehmen ausschließlich Kinder ohne Behinderung auf. Gefragt nach den Gründen gaben sie an, bislang keine Anfragen erhalten zu haben. Aber auch fehlende räumliche und personelle Ressourcen sowie zu wenig heilpädagogische Expertise im Team gehörten zu den oft genannten Gründen. Bedenken im Team und der Elternschaft sowie die Befürchtung, dass Nachteile für andere Kinder entstehen könnten, nannten die befragten Kita-Leitungen am seltensten.

Allerdings war die Bereitschaft, Kinder mit Behinderung aufzunehmen, bei den Kita-Leitungen, die bislang keine Kinder mit Einschränkungen aufgenommen haben, unterschiedlich ausgeprägt. Die größten Vorbehalte bestehen der Studie zufolge gegen die Aufnahme von Kindern mit geistiger Behinderung (30 Prozent), Körper- (33 Prozent) sowie Mehrfachbehinderung (58 Prozent). Ein Großteil der Führungskräfte sieht jedoch keine Probleme bei der Aufnahme von Kindern mit einer Sprach- oder Sinnesbehinderung (Sprache: 1 Prozent, Hören: 7,5 Prozent, Sehen: 18 Prozent), Entwicklungsverzögerung (1 Prozent), chronischer Krankheit (6 Prozent) oder Verhaltensstörung (7,5 Prozent).

Bei immerhin jeder fünften Kita, die Kinder mit Behinderung betreut, hat das pädagogische Konzept der Einrichtung keinen Bezug zum Thema Inklusion. Bei Kitas, die keine Kinder mit Einschränkungen betreuen, fehlt ein solches Konzept sogar bei jeder zweiten Einrichtung.

Expertinnen und Experten aus Jugendämtern sowie von Kita-Trägern und Fachberatungen wiesen in den geführten Interviews auf die Notwendigkeit hin, die Arbeitsbedingungen des Kita-Personals zu verbessern, eine inklusive Kita-Grundausstattung zu schaffen und ausreichend Geld für die Umsetzung von Inklusion bereitzustellen. Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus den rheinischen Kindertageseinrichtungen sowie Eltern von Kindern mit Behinderung betonten, dass kleinere Gruppengrößen und mehr Räume benötigt würden. Auch wünschten diese befragten Gruppen sich mehr Geld und Zeit, um zum Beispiel die Elternarbeit zu verbessern. Fachliche Unterstützung beim Umgang mit Kindern mit Behinderung sowie Therapie vor Ort in der Kita waren weitere gewünschte Verbesserungen.

Umsetzung der Rheinland-Kita-Studie

Zur Umsetzung des Vorhabens sah die Rheinland-Kita-Studie zwei Phasen vor:

Phase eins bestand aus einer quantitativen Online-Befragung sämtlicher Kindertageseinrichtungen des Rheinlandes, die in KiBiz.web erfasst sind. Der von Kita-Leitungen ausgefüllte Fragebogen umfasste die Themenbereiche "Einrichtungen", "Kinder", "Team" und "Leitungen". In Phase zwei wurden im Rahmen einer qualitativen Vertiefungsstudie leitfadengestützte Interviews geführt, die inhaltlich an die Ergebnisse der Online-Erhebung anknüpften. Bei der Auswahl der Interviewteilnehmer_innen wurde die Perspektive unterschiedlicher Akteure einbezogen, nämlich Träger, Jugendämter, Fachberatungen, pädagogische Mitarbeitende aus Kindertageseinrichtungen und Eltern von Kindern mit einer (drohenden) wesentlichen Behinderung.

Die Förderung der Rheinland-Kita-Studie hat der LVR-Landesjugendhilfeausschuss 2016 beschlossen. Im Rahmen eines EU-weiten Ausschreibungsverfahrens wurde die Durchführung der auf zwei Jahre angelegten Studie (Laufzeit: 1. Mai 2017 bis 31. Mai 2019) an Herrn Professor Rüdiger Kißgen von der Universität Siegen vergeben. Herr Professor Kißgen hat den Lehrstuhl für Entwicklungswissenschaft und Förderpädagogik (Inklusion) an der Fakultät Erziehungswissenschaften und Psychologie an der Universität Siegen inne.

Die vollständigen Ergebnisse der Rheinland-Kita-Studie sind hier abrufbar:

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Beratung

Die LVR-Fachberatung für Inklusion berät die Jugendämter und freien Träger bei pädagogischen, organisatorischen und rechtlichen Fragen und Themen wie:

Konzeptionelle Fragestellungen

Die Fachberatung beantwortet Fragestellungen rund um die konzeptionelle, pädagogische und finanzielle Weiterentwicklung der Tageseinrichtungen für Kinder hin zu einer Einrichtung in der alle Kinder gebildet und gefördert werden können.

Kooperation mit Akteuren aus dem Sozialraum

Beratung und Vernetzung hinsichtlich Kooperationen mit Akteuren aus dem Sozialraum der jeweiligen Einrichtungen wie z.B. Frühförderstellen.

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Fortbildung

Die LVR-Fachberatung bietet regelmäßig Fortbildungen zur Qualifizierung von Leitungskräften und Mitarbeitern aus Tageseinrichtungen für Kinder sowie Fachkräfte aus öffentlichen und privaten Trägern an.

Zertifikatskurs „Inklusion im Elementarbereich“

Mit der Schaffung und Umsetzung eines inklusiven Bildungssystems (UN-behindertenrechtskonvention) sehen sich Pädagogen der frühen Kindheit vor neue Aufgaben gestellt. In dem Zertifikatskurs setzen sich die Teilnehmer mit den Herausforderungen dieser neuen Aufgabe auseinander und entwickeln ein individuelles Konzept, dass den inklusiven Gedanken aufgreift und weiter entwickelt.

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Rundschreiben, Arbeitshilfen, Dokumentationen rund um das Thema finden Sie im Servicebereich unten auf dieser Seite.

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