Organisatorische Verankerung in der LVR-Verwaltung

Für den Landschaftsverband Rheinland (LVR) hat die Europafähigkeit eine hohe Bedeutung.

Im Vordergrund steht eine EU-Flagge auf einem Tisch. Im Hintergrund sieht man verschwommen Menschen zusammenstehen.

Beweggründe für ein LVR-Europa-Engagement

Entscheidungen der Europäischen Union (EU) haben in den letzten Jahrzehnten zunehmend an Bedeutung für das alltägliche verbandsinterne und -externe Verwaltungshandeln gewonnen. Der Landschaftsverband Rheinland, im Herzen Europas gelegen, pflegt seit seinem Bestehen die Zusammenarbeit mit seinen europäischen Nachbarn. Kontakte gibt es in fast alle Mitgliedstaaten der EU und auch darüber hinaus: sie reichen vom grenznahen Raum in Belgien und den Niederlanden bis nach Süd- und Osteuropa.

Für den nachhaltigen Erfolg und eine fortdauernde Akzeptanz der europäischen Integration ist es von besonderer Bedeutung, dass die Kommunen in ihrer Europafähigkeit gut aufgestellt sind. Denn europaaktive kommunale Gebietskörperschaften sind das Fundament des "Hauses Europa". Auf kommunaler Ebene erfahren die Menschen unmittelbar, dass Europa sie betrifft und angeht und im positiven Sinne für sie da ist. In den Kommunen entfalten die europäischen Förderprogramme und Initiativen ihre Wirkung, hier wird Europa erfahrbar. Ein erheblicher Teil der deutschen Gesetze, die auf kommunaler Ebene umgesetzt und wirksam werden, beruht zudem auf europäischen Impulsen.

Zentrale Koordination der LVR-Europaarbeit

Um die EU-Beteiligungsmöglichkeiten für den Landschaftsverband Rheinland (LVR) optimal zu nutzen und den eigenen verbandlichen Beitrag zum EU-Einigungsprojekt weiter zu stärken, ist das Querschnittsthema "Europa" auf Beschluss des LVR-Landschaftsausschusses organisatorisch mit einer Stabsstelle im Dezernat "Finanzmanagement, Kommunalwirtschaft und Europaangelegenheiten" angesiedelt. Für die zentrale Koordination der LVR-Europaarbeit ist der sogenannte LVR-Europabeauftragte zuständig, unterstützt von der übergeordneten Stabsstellenleitung, der LVR-Regiestelle Erasmus+ sowie von den jeweiligen Europa-Ansprechpartner*innen in allen neun weiteren LVR-Dezernaten.

LVR-interne Europa-Fortbildungsreihe

Insbesondere für die Zielgruppe dieser dezentralen Europa-Ansprechpartner*innen, aber auch für weitere LVR-Mitarbeitende mit Europa-Bezug sieht das allgemeine LVR-Fortbildungsprogramm zur Steigerung der LVR-Europafähigkeit seit 2018 eine EU-Seminarreihe zu Grundlagen der LVR-Europaarbeit und zu kommunaler EU-Interessensvertretung sowie zu EU-Fördermöglichkeiten für den LVR vor. Wiederholt konnten hierüber wertvolle LVR-interne Europa-Multiplikator*innen identifiziert und weiter begleitet werden.

LVR-EU-Azubi-Gipfel

Eine weitere wichtige Europa-Fortbildungszielgruppe stellen die LVR-Auszubildenden dar. Für diese wurde mit dem LVR-Ausbildungsteam und einem externen Dienstleister für EU-Bildungsarbeit 2018 der sogenannte LVR-EU-Azubi-Gipfel entwickelt und zwischenzeitlich als bewährter Bestandteil des LVR-Regelausbildungsinhaltes fest etabliert.

Dieses Veranstaltungsformat erlaubt es, sich der Komplexität von EU-Entscheidungen spielerisch zu nähern und Wissen hierzu nachhaltig zu verfestigen. Große Bedeutung kommt dabei dem Austausch mit einem Mitglied des Europäischen Parlaments (MdEP) aus dem Rheinland zu. So wird nicht nur ein "Realitätscheck" mit den gewonnenen Erkenntnissen ermöglicht, sondern auch das LVR-Engagement zur Stärkung der LVR-Europafähigkeit unmittelbar an EU-Entscheidungsträger*innen zurück- gespiegelt. Seit Ende 2019 erweitern zudem Besuche der EU-Institutionen und der Vertretung von Nordrhein-Westfalen in Brüssel dieses Angebot.

Ihre Ansprechpersonen