Paul-Clemen-Preis

Der Paul-Clemen-Preis ehrt Personen, die sich der Erforschung der rheinischen Kunst widmen. Mit dem Preis bedachte wissenschaftliche Arbeiten zeichnen sich durch gründliche, detaillierte und qualitativ hochwertige Forschung im Bereich der Kunsthistorik und Denkmalpflege aus.

Nahaufnahme einer Ausgrabung mit einem Pinsel

Der Preis für Kunsthistoriker*innen

Der Paul-Clemen-Preis: Namensgeber und Bedeutung

Mit dem Paul-Clemen-Preis werden wissenschaftliche Arbeiten, insbesondere Dissertationen, überwiegend junger Kunsthistoriker*innen ausgezeichnet. Fokus der Arbeiten soll Kunst in all ihren Facetten sein, die einen Bezug zum Rheinland aufweist. Damit möchten wir die Erforschung der rheinischen Kunsthistorik fördern.

Der mit 10.000 Euro dotierte Preis wird alle zwei Jahre grundsätzlich an eine Person vergeben, wobei eine Aufsplittung des Preises und Preisgeldes auf zwei Personen möglich ist. Alternativ kann die Auszeichnung verschoben werden, falls sich kein geeignetes Forschungsprojekt findet.

Eine öffentliche Bewerbung ist nicht vorgesehen. Leiter*innen der kunstgeschichtlichen Institute können alle zwei Jahre bis zum 1. Juni hochqualifizierte Arbeiten bei dem*der Direktor*in des Kunsthistorischen Instituts der Universität Bonn einreichen. Aus den Nominierungen werden Kandidat*innen ausgewählt, die dem LVR anschließend vorgeschlagen werden. Über die Vergabe entscheidet der Kulturausschuss der Landschaftsversammlung Rheinland.

Wer war Paul Clemen?

Paul Clemen war ein deutscher Kunsthistoriker, Denkmalpfleger und der erste Provinzialkonservator der Rheinprovinz. Er wurde 1866 geboren und wirkte über viele Jahre als Professor für Kunstgeschichte an der Universität Bonn. In seiner Funktion als Provinzialkonservator setzte er sich konsequent für den Erhalt historischer Bauwerke und Denkmäler ein und stärkte das öffentliche Bewusstsein für ihren Wert. Besonders wichtig ist auch seine Initiative zur Erfassung von Kunstdenkmälern in der Rheinprovinz. Dabei nutzte Clemen moderne Technologien wie Fotografie, um die Denkmäler präzise zu dokumentieren.

Auch in Krisenzeiten blieb er aktiv und gründete während des Ersten Weltkriegs den deutschen Kunstschutz in Frankreich, um historisch bedeutsame Bauwerke und Kulturgüter vor der Zerstörung zu bewahren. Paul Clemen starb 1947, aber seine Arbeit prägt den Denkmalschutz bis heute.

Aktuelle Preisträger*innen

Inga Scholl – 2025

Der LVR hat Inga Scholl für ihre herausragende Dissertation mit dem Paul-Clemen-Preis ausgezeichnet. Der Titel ihrer prämierten Arbeit lautet: "Milli Schmitz-Steinkrüger, geb. Beckers (1907–2001). Textile Arbeiten im Dienste der katholischen Kirche. Mit einem Beitrag zur Entstehung des Symbolkreuzweges".

In ihrer Laudatio würdigt Anne Henk-Hollstein, Vorsitzende der Landschaftsversammlung Rheinland, die wissenschaftliche Pionierleistung der Preisträgerin. Mit dem Thema ihrer Arbeit über die Kölner Textilkünstlerin Milli Schmitz-Steinkrüger (1907–2001) habe sie kunsthistorisches Neuland betreten. "Die Dissertation von Inga Scholl holt eine Künstlerin aus der drohenden Vergessenheit ans Licht der Forschung. Ihr bedeutender Beitrag zur rheinischen Kunst des 20. Jahrhunderts ist bisher der auf Künstler konzentrierten Kunstgeschichtsschreibung entgangen."

Eine Frau mit grauen schulterlangen Haaren und roter Brille steht an einem Rednerpult.

Hannah Schiefer – 2024

Der LVR hat die Kunsthistorikerin Hannah Schiefer für ihre herausragende Disseration mit dem Paul-Clemen-Preis ausgezeichnet. Der Titel ihrer prämierten Arbeit lautet: "Handwerk und Baukunst. Zwischen 'Einfall und leibgewordener Wirklichkeit' im Werk von Ludwig Mies van der Rohe, Rudolf Schwarz und Peter Zumthor."

Die Dissertation von Hannah Schiefer stellt, laut Jury, eine ganz außergewöhnliche Leistung für die Architekturgeschichte des Rheinlandes im 20. Jahrhundert dar. Anhand von drei Architekten und drei Fallstudien habe sie das überaus komplexe Zusammenwirken von Planungsarchitekten und Bauhandwerkern bis in die einzelnen Entscheidungsprozesse hinein ausgeleuchtet. Frau Schiefer sei ein fulminantes Grundlagenwerk gelungen.

Eine Frau mit grauen schulterlangen Haaren und roter Brille steht an einem Rednerpult.

Dr. Kathrin DuBois – 2024

Der LVR hat Dr. Kathrin DuBois für ihre herausragende Dissertation mit dem Paul-Clemen-Preis ausgezeichnet. Bei der preisgekrönten Forschungsarbeit handelt es sich um eine zweibändige Monographie mit Werkverzeichnis über den früheren Direktor der Kunstakademie Düsseldorf: "Werner Heuser (1880-1964). Ein Künstler und Kunstakteur". Die Arbeit setzt sich sowohl mit Heusers kulturpolitischer Rolle als auch mit seiner Kunst auseinander. In einer differenzierten Darstellung der Moderne des frühen 20. Jahrhunderts zeigt sie ihn zugleich als Expressionisten und Neusachlichen sowie als einen der letzten Vertreter der Düsseldorfer Malerschule.

Eine Frau mit grauen schulterlangen Haaren und roter Brille steht an einem Rednerpult.

Übersicht der bisherigen Preisträger*innen

Eine Übersicht aller bisheriger Preisträger*innen sortiert nach Jahr der Verleihung finden Sie hier:

Richtlinien für den Paul-Clemen-Preis