Der LVR stellt sich seiner Geschichte
Verantwortung bedeutet, die eigene Vergangenheit offen zu erforschen, kritisch zu hinterfragen und sichtbar zu machen.
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Wenn wir uns mit unserer Geschichte auseinandersetzen, dann auch deswegen, damit wir als Verwaltung die Gegenwart und Zukunft unseres Verbandes mit Respekt vor den Menschen, für die wir arbeiten, gestalten können.
Wissenschaftliche Forschung bildet die Grundlage der historischen Aufarbeitung. Der LVR hat seit den 1980er-Jahren zahlreiche Untersuchungen, Dokumentationen und Forschungsprojekte angestoßen oder unterstützt. Im Mittelpunkt standen und stehen dabei unter anderem die Rolle der rheinischen Landeskliniken während der NS-Zeit, die nationalsozialistischen Medizinverbrechen, Zwangssterilisationen und sogenannte "Euthanasie"-Verbrechen, aber auch Themen wie Zwangsarbeit, Heimerziehung in der Nachkriegszeit, Psychiatriegeschichte, Gehörlosenschulen sowie die personellen und institutionellen Kontinuitäten nach 1945.
Dabei geht es dem LVR nicht darum, Geschichte nur intern zu dokumentieren. Vielmehr werden externe Wissenschaftler*innen, Archive, Gedenkstätten und Forschungseinrichtungen einbezogen. Die Ergebnisse erscheinen in Studien, Tagungsbänden, Ausstellungen und digitalen Angeboten. So entsteht eine nachvollziehbare, quellenbasierte Grundlage, um die Verantwortung des LVR und seiner Vorgängerinstitutionen kritisch einzuordnen.
Historische Aufarbeitung braucht Orte und Rituale des Erinnerns. Der LVR erinnert an Menschen, die in Einrichtungen des früheren Rheinischen Provinzialverbandes und anderer Institutionen entrechtet, verfolgt, zwangssterilisiert, deportiert oder ermordet wurden. Ein sichtbares Zeichen ist das Denkmal der "Grauen Busse" vor dem LVR-Landeshaus in Köln-Deutz, das seit 2011 an die fast 10.000 Psychiatriepatientinnen und -patienten aus dem Rheinland erinnert, die während des Nationalsozialismus ermordet wurden.
Zum Gedenken gehören außerdem zentrale Veranstaltungen zum 27. Januar, dem Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus. Auch die LVR-Kliniken führen vor Ort eigene Gedenkveranstaltungen durch. Darüber hinaus entstehen und bestehen Gedenkorte, Ausstellungen und digitale Erinnerungsprojekte – etwa das entstehende digitale Gedenkbuch für die Todesopfer der NS-Medizinverbrechen aus der ehemaligen Rheinprovinz.
Gedenken bedeutet dabei mehr als Rückblick. Es gibt den Opfern Namen, macht individuelle Schicksale sichtbar und verbindet die historische Verantwortung mit dem heutigen Einsatz für Menschenwürde, Demokratie und Vielfalt.
Die Ergebnisse historischer Forschung sollen nicht nur Fachkreise erreichen. Deshalb übersetzt der LVR Erkenntnisse in Bildungs- und Vermittlungsangebote für unterschiedliche Zielgruppen. Dazu zählen Publikationen, Ausstellungen, Vorträge, Medienpakete für Schüleri*nnen, digitale Angebote und Materialien für die schulische und außerschulische Bildungsarbeit. Auf der bestehenden Seite werden beispielsweise mehrere Medienpakete zur Geschichte der NS-"Euthanasie" im Rheinland genannt, darunter zu Patiententransporten, Kinder-"Euthanasie", jüdischen Psychiatriepatient*innen und dem Umgang mit Tätern.
Bildungsarbeit macht komplexe historische Zusammenhänge verständlich und zugänglich. Sie zeigt, wie Ausgrenzung, Entmenschlichung und institutionelles Handeln zusammenwirken konnten – und warum demokratische Werte, Teilhabe und Menschenrechte heute aktiv geschützt werden müssen. Gerade für junge Menschen bietet die Geschichte des LVR und seiner Vorgängerinstitutionen konkrete Anknüpfungspunkte: Sie spielt nicht an einem abstrakten Ort, sondern im Rheinland, in Einrichtungen, Verwaltungen und Lebensgeschichten vor Ort.
Der LVR macht seine historische Aufarbeitung öffentlich. Forschungsergebnisse werden nicht nur veröffentlicht, sondern auch in Tagungen, Vortragsreihen, Ausstellungen, Gedenkveranstaltungen und Kooperationen diskutiert. Die bestehende Chronologie zeigt eine große Bandbreite solcher Formate: von wissenschaftlichen Symposien und Ausstellungseröffnungen über Zeitzeugengespräche bis hin zu Kooperationen mit Universitäten, Museen, Gedenkstätten und zivilgesellschaftlichen Partnern.
Dieser öffentliche Dialog ist wichtig, weil Geschichte immer wieder neu befragt werden muss. Neue Quellen, neue Forschungsperspektiven und gesellschaftliche Debatten verändern den Blick auf die Vergangenheit. Indem der LVR seine eigene Geschichte sichtbar macht und zur Diskussion stellt, öffnet er Räume für Kritik, Erinnerung und gemeinsame Verantwortung.
So wird historische Aufarbeitung zu einem Bestandteil demokratischer Kultur: transparent, selbstkritisch und offen für unterschiedliche Perspektiven.
Wissenschaftliche Forschung bildet die Grundlage der historischen Aufarbeitung. Der LVR hat seit den 1980er-Jahren zahlreiche Untersuchungen, Dokumentationen und Forschungsprojekte angestoßen oder unterstützt. Im Mittelpunkt standen und stehen dabei unter anderem die Rolle der rheinischen Landeskliniken während der NS-Zeit, die nationalsozialistischen Medizinverbrechen, Zwangssterilisationen und sogenannte "Euthanasie"-Verbrechen, aber auch Themen wie Zwangsarbeit, Heimerziehung in der Nachkriegszeit, Psychiatriegeschichte, Gehörlosenschulen sowie die personellen und institutionellen Kontinuitäten nach 1945.
Dabei geht es dem LVR nicht darum, Geschichte nur intern zu dokumentieren. Vielmehr werden externe Wissenschaftler*innen, Archive, Gedenkstätten und Forschungseinrichtungen einbezogen. Die Ergebnisse erscheinen in Studien, Tagungsbänden, Ausstellungen und digitalen Angeboten. So entsteht eine nachvollziehbare, quellenbasierte Grundlage, um die Verantwortung des LVR und seiner Vorgängerinstitutionen kritisch einzuordnen.
Historische Aufarbeitung braucht Orte und Rituale des Erinnerns. Der LVR erinnert an Menschen, die in Einrichtungen des früheren Rheinischen Provinzialverbandes und anderer Institutionen entrechtet, verfolgt, zwangssterilisiert, deportiert oder ermordet wurden. Ein sichtbares Zeichen ist das Denkmal der "Grauen Busse" vor dem LVR-Landeshaus in Köln-Deutz, das seit 2011 an die fast 10.000 Psychiatriepatientinnen und -patienten aus dem Rheinland erinnert, die während des Nationalsozialismus ermordet wurden.
Zum Gedenken gehören außerdem zentrale Veranstaltungen zum 27. Januar, dem Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus. Auch die LVR-Kliniken führen vor Ort eigene Gedenkveranstaltungen durch. Darüber hinaus entstehen und bestehen Gedenkorte, Ausstellungen und digitale Erinnerungsprojekte – etwa das entstehende digitale Gedenkbuch für die Todesopfer der NS-Medizinverbrechen aus der ehemaligen Rheinprovinz.
Gedenken bedeutet dabei mehr als Rückblick. Es gibt den Opfern Namen, macht individuelle Schicksale sichtbar und verbindet die historische Verantwortung mit dem heutigen Einsatz für Menschenwürde, Demokratie und Vielfalt.
Die Ergebnisse historischer Forschung sollen nicht nur Fachkreise erreichen. Deshalb übersetzt der LVR Erkenntnisse in Bildungs- und Vermittlungsangebote für unterschiedliche Zielgruppen. Dazu zählen Publikationen, Ausstellungen, Vorträge, Medienpakete für Schüleri*nnen, digitale Angebote und Materialien für die schulische und außerschulische Bildungsarbeit. Auf der bestehenden Seite werden beispielsweise mehrere Medienpakete zur Geschichte der NS-"Euthanasie" im Rheinland genannt, darunter zu Patiententransporten, Kinder-"Euthanasie", jüdischen Psychiatriepatient*innen und dem Umgang mit Tätern.
Bildungsarbeit macht komplexe historische Zusammenhänge verständlich und zugänglich. Sie zeigt, wie Ausgrenzung, Entmenschlichung und institutionelles Handeln zusammenwirken konnten – und warum demokratische Werte, Teilhabe und Menschenrechte heute aktiv geschützt werden müssen. Gerade für junge Menschen bietet die Geschichte des LVR und seiner Vorgängerinstitutionen konkrete Anknüpfungspunkte: Sie spielt nicht an einem abstrakten Ort, sondern im Rheinland, in Einrichtungen, Verwaltungen und Lebensgeschichten vor Ort.
Der LVR macht seine historische Aufarbeitung öffentlich. Forschungsergebnisse werden nicht nur veröffentlicht, sondern auch in Tagungen, Vortragsreihen, Ausstellungen, Gedenkveranstaltungen und Kooperationen diskutiert. Die bestehende Chronologie zeigt eine große Bandbreite solcher Formate: von wissenschaftlichen Symposien und Ausstellungseröffnungen über Zeitzeugengespräche bis hin zu Kooperationen mit Universitäten, Museen, Gedenkstätten und zivilgesellschaftlichen Partnern.
Dieser öffentliche Dialog ist wichtig, weil Geschichte immer wieder neu befragt werden muss. Neue Quellen, neue Forschungsperspektiven und gesellschaftliche Debatten verändern den Blick auf die Vergangenheit. Indem der LVR seine eigene Geschichte sichtbar macht und zur Diskussion stellt, öffnet er Räume für Kritik, Erinnerung und gemeinsame Verantwortung.
So wird historische Aufarbeitung zu einem Bestandteil demokratischer Kultur: transparent, selbstkritisch und offen für unterschiedliche Perspektiven.
Seit den 1980er-Jahren setzt sich der LVR kontinuierlich mit der Geschichte seiner Vorgängerinstitutionen auseinander – wissenschaftlich, öffentlich und erinnerungskulturell.
Seit den 1980er-Jahren setzt sich der LVR mit der Geschichte seiner Vorgängerinstitutionen auseinander. Was mit ersten Fragen zur Rolle der rheinischen Landeskliniken in der NS-Zeit begann, entwickelte sich zu einer breiten Aufarbeitung: mit Forschung, Publikationen, Ausstellungen, Gedenkorten, Bildungsangeboten und digitalen Erinnerungsformaten. Die Jahrzehnte zeigen ausgewählte Stationen dieses Weges – und machen deutlich: Historische Verantwortung bleibt eine Gegenwartsaufgabe.
Der Anfang: Die NS-Vergangenheit der Kliniken wird zum Thema
Die 1980er-Jahre markieren den Beginn der institutionellen Auseinandersetzung mit der eigenen Geschichte. 1983 beauftragt die Landschaftsversammlung Rheinland die Verwaltung, Material über das Verhalten der Landeskliniken während der NS-Zeit zusammenzustellen. Damit wird aus einzelnen Fragen ein offizieller Auftrag zur Dokumentation. In den folgenden Jahren entstehen erste lokale Ausstellungen, Tagungen, Publikationen und Gedenkveranstaltungen in LVR-Kliniken. Besonders im Fokus stehen die NS-"Euthanasie"-Verbrechen, Zwangssterilisationen und die Rolle psychiatrischer Einrichtungen im Rheinland
In den 1990er-Jahren wird die begonnene Aufarbeitung stärker institutionalisiert. Das Projekt "Psychiatriegeschichtliche Dokumentation" wird ins Leben gerufen, das Psychiatriegeschichtliche Dokumentationszentrum entsteht auf dem Gelände der LVR-Klinik Düren, und weitere Studien zur NS-Psychiatrie in der Rheinprovinz erscheinen. Zugleich werden Ausstellungen und Museen zu Orten der Erinnerung und Vermittlung, etwa in Bedburg-Hau. Am Ende des Jahrzehnts werden Archivbestände öffentlich zugänglich gemacht – ein wichtiger Schritt hin zu Transparenz.
Die 2000er-Jahre zeigen, dass die historische Aufarbeitung nicht bei der Psychiatriegeschichte bleibt. Der LVR beschäftigt sich nun stärker mit weiteren Themenfeldern: Zwangsarbeit während der NS-Zeit, der Geschichte der Arbeitsanstalt Brauweiler und der Frage, wie Erinnerung dauerhaft im öffentlichen Raum verankert werden kann. Die Ausstellung "Riss durchs Leben" macht die Schicksale ehemaliger Zwangsarbeiterinnen sichtbar. In Brauweiler entsteht eine Dauerausstellung zur Geschichte der ehemaligen Arbeitsanstalt in den Jahren 1933 bis 1945. 2009 beschließt die Landschaftsversammlung außerdem, die Geschichte von Menschen mit Behinderungen und psychischen Erkrankungen in Einrichtungen des LVR umfassend aufzuarbeiten.
Die Aufarbeitung während der 2010er-Jahre ist besonders dicht. Der LVR veröffentlicht und unterstützt zahlreiche Studien, darunter zur Kinder-"Euthanasie" in Waldniel, zur Heimerziehung in der Nachkriegszeit, zur Ära Udo Klausa, zur Nachkriegsgeschichte psychiatrischer Einrichtungen und Gehörlosenschulen sowie zu Kindern und Jugendlichen in psychiatrischen Einrichtungen. Gleichzeitig wird das Gedenken sichtbarer: 2011 wird vor dem LVR-Landeshaus in Köln-Deutz das Denkmal der "Grauen Busse" errichtet, das an fast 10.000 ermordete Psychiatriepatientinnen und -patienten aus dem Rheinland erinnert. 2018 wird die neugestaltete Gedenkstätte Waldniel-Hostert eröffnet.
Die 2020er-Jahre zeigen: Die Auseinandersetzung mit der eigenen Geschichte ist nicht abgeschlossen. Neue Forschungsfragen richten den Blick auf die Nachkriegszeit, auf Medikamentenvergabe und Medikamentenerprobung an Kindern und Jugendlichen in LVR-Einrichtungen, auf NS-Medizinverbrechen in einzelnen Regionen sowie auf die NS-Belastung von Kulturausschuss und Kulturverwaltung in der frühen Nachkriegszeit. Gleichzeitig entstehen neue digitale Formen des Gedenkens, etwa das 2023 gestartete digitale Gedenkbuch für die Todesopfer der NS-Medizinverbrechen aus der ehemaligen Rheinprovinz.
Zudem wird die Geschichte des LVR selbst stärker in den Blick genommen: 2023 startet das Projekt "LVR-Geschichte" mit Blick auf das Jubiläum "75 Jahre LVR" im Jahr 2028. Tagungen und Vortragsreihen beschäftigen sich mit Psychiatriegeschichte, Selbstverwaltung, Demokratie und der Entwicklung kommunaler Aufgabenfelder nach 1945. Für 2026 ist außerdem der Projektbeginn "Demokratie und Landschaft. Höhere Kommunalverbände und ihre Bedeutung für die Demokratiegeschichte nach 1945" geplant.
Die Meilensteine zeigen: Die Auseinandersetzung mit der eigenen Geschichte ist kein abgeschlossener Rückblick, sondern Teil der Verantwortung des LVR in der Gegenwart. Neue Forschungsfragen, digitale Formen des Erinnerns und der Dialog mit der Öffentlichkeit führen diese Arbeit fort. Aus historischer Aufarbeitung erwächst Haltung – für Menschenwürde, Teilhabe, Vielfalt und Demokratie.
Wie der LVR Demokratie heute stärkt, zeigt die Seite "Demokratie stärken: Vielfalt leben". Dort bündelt der LVR Angebote und Aktivitäten rund um demokratisches Engagement, Teilhabe, Vielfalt und Inklusion.
Dann laden Sie sich die Broschüre "Der LVR stellt sich seiner Geschichte" digital herunter.
Aufgrund dieser historischen Verantwortung sieht der LVR sich in einer besonderen Verpflichtung, seine Geschichte und insbesondere die des Rheinischen Provinzialverbands angemessen aufzuarbeiten.
Ende der Auflistung.