Luise-Straus-Preis

Der Luise-Straus-Preis wird alle zwei Jahre an eine Künstlerin vergeben, die im Gebiet des LVR lebt oder arbeitet und hervorragende Werke in der bildenden Kunst erschafft. Die Künstlerinnen können sich selbst bewerben.

Ein Mensch hält einen in Farbe getränkten Pinsel in der Hand.

Der Preis für bildende Künste

Der Luise-Straus-Preis: Namensgeberin und Bedeutung

2019 wurde aus dem "Frauenkulturpreis" offiziell der Luise-Straus-Preis. Der Name hat sich geändert, die Bedeutung ist geblieben: Als Landschaftsverband Rheinland (LVR) ehren und fördern wir mit der Auszeichnung Frauen, die ihren Weg im hart umkämpften Kunstbetrieb gehen. Bewerben können die Künstlerinnen sich, wenn sie seit mindestens zwei Jahren im Gebiet des LVR leben oder arbeiten. Der Kulturausschuss des LVR entscheidet dann auf Vorschlag einer Jury über die Gewinnerin.

Der Luise-Straus-Preis setzt sich zusammen aus:

  • einem Preisgeld in Höhe von 5.000 Euro

  • einer eigens organisierten Ausstellung in einem LVR-Museum

  • einem vom LVR erstellten Ausstellungskatalog

Wer war Luise Straus?

Luise Straus war eine beeindruckende deutsche Persönlichkeit, die nach ihrem Tod ein wenig in Vergessenheit geriet. Deswegen ist es uns wichtig, mit dem Preis nicht nur aktuelle Künstlerinnen, sondern auch die Namensgeberin ins Rampenlicht zu rücken.

Geboren wurde Luise Straus 1893 in Köln als Tochter jüdischer Eltern. Sie promovierte als eine der ersten deutschen Frauen in Kunstgeschichte. Außerdem arbeitete Luise als Kunst- und Kulturjournalistin und zeitweise als kommissarische Leiterin des renommierten Wallraf-Richartz-Museums in Köln. Schon bevor sie den surrealistischen Maler Max Ernst heiratete, hatte sie sich in der Kunstszene etabliert und blieb dort auch nach der Trennung aktiv. 1933 musste sie als Jüdin wegen des Nazi-Regimes nach Paris auswandern. 1944 wurde sie in Frankreich verhaftet und kurz darauf in Auschwitz ermordet. Ihr Vermächtnis aber lebt bis heute. Unter anderem in den herausragenden Künstlerinnen, die mit diesem Preis ausgezeichnet werden.

Aktuelle Preisträgerin

Alex Grein – 2024

Der LVR hat die 1983 in Köln geborene und in Düsseldorf lebende Alex Grein mit dem Luise-Straus-Preis ausgezeichnet. Mit ihren Arbeiten in Fotografie, Installation und Mixed Media reflektiert Grein fotografische Prozesse und hinterfragt etablierte Seh- und Handlungsweisen. Alex Grein studierte von 2004 bis 2010 an der FH Düsseldorf mit Schwerpunkt Fotografie bei Professor Gerhard Vormwald. Danach setzte sie ihre Studien bei Professor Andreas Gursky an der Kunstakademie Düsseldorf fort und schloss mit dem Meisterbrief ab. Seit Dezember 2022 ist sie Professorin für Fotografie an der Hochschule Mainz.

Die Jury lobte in ihrer Begründung das "breite künstlerische Spektrum" der Künstlerin, "das eingespielte Sehgewohnheiten geschickt unterläuft und konventionelle Wahrnehmungsmuster kritisch hinterfragt". In ihren Arbeiten kombiniere Grein verschiedene Medien wie Fotografie, Skulptur und Mixed Media zu semantisch vieldeutigen Objekten an der Grenze zwischen Analogem und Digitalem, Statischem und Ephemerem.

Ein Porträtfoto von Alex Grein vor einem ihrer Werke.

Bisherige Preisträgerinnen

  • 2023: Isabell Kamp

  • 2020: Heike Weber

  • 2018: Julia Bünnagel

  • 2016: Johanna Reich

  • 2014: Vera Lossau

Richtlinien für den Luise-Straus-Preis