Erinnern und Forschen

Geschichte bewahren, Demokratie verstehen, Verantwortung stärken.

Ein Mann und eine Frau hören auf einem Smartphone dem Audioguide der LVR-Gedenkstätte Brauweiler zu.

Erinnern

Erinnerungskultur fördern und Geschichte für jüngere Generationen greifbar machen – mit seinen zahlreichen Gedenk- und Lernorten setzt sich der LVR aktiv gegen das Vergessen ein. Ob die Erinnerung an die Gräueltaten des NS-Regimes, die kritische Auseinandersetzung mit der eigenen Geschichte oder die Aufarbeitung der Psychiatriegeschichte im Rheinland: die zahlreichen Gedenkstätten, Mahnmäler und Museen des LVR sind nicht nur Orte des Gedenkens, sondern dienen auch als Lernorte für nachkommende Generationen. Sie erinnern an die unfassbaren Verbrechen, an die Opfer, an die Menschen, die sich dem System entgegengestellt haben, und fragen nach den Verantwortlichen.

Forschen

Der Landschaftsverband Rheinland hat den "Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus", der jährlich an die Befreiung der Menschen aus dem Konzentrations- und Vernichtungslager Auschwitz am 27. Januar 1945 erinnert, im Jahr 2025 den zahllosen Menschen gewidmet, die den NS-Medizinverbrechen zum Opfer fielen.

Dr. Luisa Hulsrøj, Mitarbeiterin im LVR-Institut für Landeskunde und Regionalgeschichte (LVR-ILR), stellt im Rahmen ihres Vortrages die rheinischen Todesopfer der NS-Medizinverbrechen, insbesondere die jüdischen Menschen mit Behinderung, in den Mittelpunkt. Sie machte deutlich, dass die Morde an Kranken und Behinderten als Versuchslauf für die industriell betriebene Ermordung der europäischen Jüd*innen mit Kohlenmonoxid und später Zyklon B genutzt wurden.

Der LVR erforscht, wie Demokratien entstehen und warum sich Gesellschaften von demokratischen Strukturen abwenden. Mit seiner (regional-)geschichtlichen Forschung arbeitet der LVR zudem die Verbrechen des Nationalsozialismus auf und macht sich so für den Erhalt der Demokratie stark. So unterstützt zum Beispiel das LVR-Institut für Landeskunde und Regionalgeschichte (ILR) Kommunen, Behörden und Institute dabei, die eigene Rolle in diesem dunklen historischen Kapitel zu untersuchen. Gemeinsam mit dem Rhein-Sieg-Kreis hat das ILR NS-Medizinverbrechen im Kreisgebiet erforscht. Auch das Bistum Aachen stellt sich mit einer Studie, die das ILR unterstützt hat, der eigenen Vergangenheit.