Preisträger*innen des Rheinlandtalers
Hier finden Sie die bisherigen Preisträger*innen des Rheinlandtalers ab dem Jahr 2025. Der Preis wird in den Kategorien "Gesellschaft" und "Kultur" verliehen.
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Seit 13 Jahren engagiert sich der Förderkreis Hochbunker Körnerstraße 101 e. V., um den Hochbunker an der Körnerstraße 101 als Gedächtnisort Kölns gegen das Vergessen und für das Erinnern lebendig zu halten. Unmittelbar neben den Fundamenten der während der Novemberpogrome 1938 zerstörten Ehrenfelder Synagoge, wurde der Hochbunker in den Jahren 1942-1943 errichtet und bot bei insgesamt 55 Luftangriffen der Alliierten auf Ehrenfeld bis zu 7.500 Menschen Zuflucht. Bis Mitte der 1950er Jahre war der Bunker eine Not- und Massenunterkunft, ab 1962 Atomschutzbunker.
Nachdem der Bunker 2007 als Schutzraum aufgegeben wurde, engagierten sich Ehrenfelder Bürger*innen und Künstler*innen für seinen Erhalt. 2012 gründeten sie schließlich den "Förderkreis Hochbunker 101 e. V.", der das Gebäude seither vom Bund gemietet hat. Unter dem Namen bunker k101 ist der Bunker heute ein lebendiger Ort für künstlerische und kulturelle Interventionen mit regionaler, nationaler und internationaler Beteiligung.
Mit seinem Engagement trägt der Förderkreis dazu bei, den Hochbunker Körnerstraße 101 als einzigartigen Ort der Erinnerung und Kultur im Kölner Stadtteil Ehrenfeld zu bewahren.
Hans-Gerd Vrede engagiert sich seit über 20 Jahren im Arbeitskreis Weezer Heimatgeschichte, den er 2002 mitgegründet hat. Zu Vredes Herzensanliegen gehört das Jahrbuch des Arbeitskreises, das er mit dem Redaktionsteam betreut. Vrede ist auch einer der Erfinder des seit 2018 neu im Jahrbuch vertretenen Forums "Erzähl doch mal von früher"; eine Rubrik, in der Autor*innen – teilweise auf Platt – sehr persönliche Geschichten über ihre Kindheit in Weeze erzählen. Vrede gelingt es darüber hinaus, andere Bürger*innen zu begeistern, insbesondere auch neu Zugezogene. Dank ihm ist die Weezer Heimatkunde vielseitig und läst zum Mitmachen ein.
Ingrid Niemann und Ludger Hülskemper-Niemann haben ihr Leben der Aufarbeitung und Erinnerung an das jüdische Leben in Essen-Steele gewidmet, auch nachdem sie in den Ruhestand getreten waren. Ihr Anspruch war dabei stets, nicht "nur" Lokalgeschichte aufzuarbeiten, sondern Bildungsarbeit zu leisten. In ihrem Beruf als Lehrer*in haben sie zahlreiche junge Menschen für die Geschichte und das Schicksal der jüdischen Mitbürgerinnen und Mitbürger sensibilisiert. Gemeinsam mit dem Geschichtsverein "Steeler Archiv" haben die Eheleute bis ins Jahr 2023 insgesamt 58 Stolpersteine im Gedenken an jüdische Bürger*innen aus Steele und Freisenbruch verlegt. Diese Stolpersteine sind nicht nur Orte des Gedenkens, sondern auch Mahnmale, die daran erinnern sollte, die Geschichte nicht zu vergessen und wachsam zu bleiben.
Susanne Harke-Schmidt erforscht seit 40 Jahren die Geschichte der Kolpingstadt Kerpen und ihrer Ortsteile, von denen einige dem Braunkohleabbau zum Opfer gefallen sind. Als hauptamtliche Leiterin des Historischen Archivs der Stadt war ihr Engagement Ehrenamt und Beruf zugleich. In ihrer Funktion suchte Harke-Schmidt stets den Kontakt zu Heimatvereinen, lokaler Kunstszene und Kerpener Karneval.
Seit über 35 Jahren dokumentiert Heinrich Peter Kleinen seine Heimatstadt Frechen in Film und Foto. Er ist Chronist, Erzähler, Vermittler und Bewahrer. Damit hat er ein kulturelles Gedächtnis geschaffen, das heutigen und künftigen Generationen zugutekommt. Sein Wirkungskreis umfasst Stadt-, Kirchen- und Vereinsjubiläen, Karnevalsumzüge, Stadtfeste, aber industriegeschichtliche und heimatkundliche Themen liegen ihm besonders am Herzen.
Das Bergische Drehorgelmuseum in Marienheide ist ein lebendiger Ort, an dem über 350 mechanische Musikinstrumente wie Drehorgeln, Spieldosen und Jahrmarktorgeln bewundert und gespielt werden können. Gegründet 2008 in einer ehemaligen Dorfkirche, bewahrt das Museum nicht nur ein bedeutendes Kulturerbe, sondern vermittelt die Geschichte und Technik der mechanischen Musik auf anschauliche und unterhaltsame Weise. Das Museum ist Teil des Immateriellen Kulturerbes der Menschheit der UNESCO und ein wichtiger kultureller Anker in der Region.
Wolfgang Oelsner ist überzeugter und leidenschaftlicher Karnevalist. Er feiert dieses Fest aber nicht nur, sondern geht ihm seit vielen Jahren auf den Grund. Sein fundiertes Wissen zur Geschichte, Bedeutung und Funktion des Karnevals trifft bei vielen Menschen auf großes Interesse, darunter auch Karnevalsgesellschaften, die er berät. Häufig ist er Talkgast und Interviewpartner in den Medien, informiert bei Tagungen oder Gremien; wie zum Beispiel dem "Runden Tisch Straßenkarneval" der Stadt Köln, wo er über die Zukunft des Karnevals diskutierte. Mit seinem Wissen hat er sich als Experte dafür engagiert, dass der "Brauchkomplex Fastnacht, Fasching, Karneval in Deutschland" in die "Repräsentative Liste des Immateriellen Kulturerbes der Menschheit" der UNESCO aufgenommen wird. Schon seit 1991 engagiert sich Wolfgang Oelsner außerdem in der Stiftung und dem Förderverein der "Villa Kunterbunt" der Uniklinik Köln.
Der Verein Gedenk- und Bildungsstätte Pferdestall Remscheid vermittelt den Menschen in Remscheid seit seiner Gründung im Jahre 2018 die Zeit des Nationalsozialismus. Er nimmt die verschiedenen Opfergruppen der NS-Diktatur in den Blick, sucht den Dialog mit verbliebenen Zeitzeug*innen sowie ihren Nachfahr*innen und erweitert damit das erinnerungskulturelle Profil Remscheids. Im ehemaligen Pferdestall sind immer wieder Ausstellungen zu sehen. Eine wichtige Rolle spielen dabei die Schülerinnen und Schüler, die als Guides Besuchende durch das Gebäude führen.
Der Mülheimer Zupforchester e. V. wurde 1980 gegründet und ist ein generationenübergreifendes Projekt. Die Altersspanne der Mitglieder reicht von 14 bis Ende 60 Jahre. Das Repertoire des Orchesters ist ebenso breit gefächert wie seine Mitglieder. Originalkompositionen und Bearbeitungen von der Renaissance bis zur zeitgenössischen Moderne fügen sich zu einem musikalischen Kosmos zusammen. Das Orchester überzeugt durch hohe Qualität und gewann mehrmals in Folge den ersten Preis beim Deutschen Orchesterwettbewerb.
Für musikalischen Nachwuchs sorgt der Verein mit "ZupfZauber": Workshops, bei denen Kinder und Jugendliche Instrumente entdecken, gemeinsam musizieren und bereits nach wenigen Tagen erste Auftritte meistern können. Im Oktober 2025 richtet das Orchester gemeinsam mit dem Landesverband NRW im Bund Deutscher Zupfmusiker das erste Mülheimer Zupfmusik-Festival aus – mit Workshops, einem Projektorchester für Kinder und Jugendliche und einem vielfältigen Konzertprogramm.
Horst-Ulrich Osmann widmete sich seit Anfang der 1980er Jahre der Orts- und Heimtageschichte und leistete dabei wichtige Grundlagenarbeit, wie in dem Text- und Bildband "Heimatbuch Erkrath" (1986) zu sehen ist. Es folgten weitere Texte für die Vereins- und Heimatzeitschrift "Usser Dorp" des Heimatvereins "Ercroder Jonges". In vielen Publikationen und Internetbeiträgen hat Osmann seine Erkenntnisse der Allgemeinheit zur Verfügung gestellt, unter anderem für das LVR-Portal KuLaDig – Kultur. Landschaft. Digital.
Hinzu kommen weit über 40 Referate, Präsentationen und Führungen zur Stadt- und Ortsgeschichte, die meisten davon für den Bergischen Geschichtsverein. Seit einigen Jahren ist Osmann ehrenamtlicher Betreuer der Pfarrarchive St. Johannes der Täufer Erkrath und St. Maria Himmelfahrt Unterbach, wo er das historische Archiv des Erzbistums Köln bei der Bearbeitung und Beurteilung von 60 Regalmetern Akten unterstützt hat.
Als Peter Landmann 1985 zum Kulturdezernenten in Kempen ernannt wurde, setzte er fortan neue Impulse für die Kultur. Das sanierte und umgebaute Franziskanerkloster erweckte er zum Kulturforum mit Museum und Veranstaltungsort und integrierte es in das Kulturleben von Kempen. Als Gründungsgeschäftsführer der Kultur Ruhr GmbH war er für die "Erfindung" der Ruhrtriennale zuständig. Nur kurze Zeit später übernahm er während der Fußball-WM 2006 die Koordination des begleitenden Kulturprogramms in Nordrhein-Westfalen.
Ab 2006 war der Jurist bis zu seiner Pensionierung im Jahr 2014 als Abteilungskultur Kultur beim damaligen Kulturstaatssekretär Heinrich Große-Brockhoff tätig. Seit seinem Ruhestand ist er künstlerischer Leiter im Verein Kempen Klassik e. V. Darüber hinaus engagiert er sich im Stiftungsrat der Stiftung Schloss Dyck und ist weiterhin als Vertreter des Landes NRW im Vorstand der Stiftung Museum Insel Hombroich tätig.
Dr. Claudia Schaefer gründete 1987 die Galerie cubus in Duisburg-Düssern. 1994 zog die Cubus Kunsthalle in das aktuelle Museumsgebäude ein. Etwa 30.000 Besucher*innen kommen jährlich zu den sechs bis acht Wechselausstellungen. Das Gebäude hat sich zu einem Ort der Begegnung mit Bildender Kunst und Kultur entwickelt, weil Claudia Schaefer es vor dem Abriss rettete und umfangreich umbaute. Danach wurde das Haus 1995 als Cubus Kunsthalle neu eröffnet. Seitdem steht Claudia Schaefer als Kuratorin, Direktorin und Geschäftsführerin an der Spitze der Kunsthalle, in der Künstler*innen ihr Publikum treffen, junge Talente ihren Platz finden und Menschen der Kunst und den Weltkulturen begegnen.
Schaefers innovative Bildungsangebote wie die Kinder-Workshops, das Schüler*innenatelier und der außerschulische Lernort sind beispielhaft für eine Kulturarbeit, die Bildung und Kunst untrennbar miteinander verbindet. Die Arbeit von Claudia Schaefer ist von einem besonderen Gespür für Menschen, Themen und Zeitgeist geprägt. Hier verbinden sich nationale und internationale Künstlerinnen und Künstler mit der regionalen Szene.
Hubert Rütten forscht seit vielen Jahren zur Geschichte und Kultur des Rheinlands. Ein Schwerpunkt seiner Forschungen liegt in der jüdischen Geschichte seiner Heimatstad Erkelenz und des Rheinlands. Er leistet damit einen aktiven Beitrag in der Erinnerungskultur und zur Demokratieförderung. Durch seine Recherchen in Archiven im In- und Ausland fand Rütten jüdische Erkelenzer*innen und Rheinländer*innen in der ganzen Welt und führte mit ihnen Zeitzeugengespräche. Damit sicherte er für kommende Generationen aufschlussreiche Lebensgeschichten von jüdischen Rheinländer*innen, die nachdrücklich bezeugen, wie schnell in Erkelenz und im Rheinland jüdische Bürger*innen in der NS-Zeit entrechtet, ausgegrenzt und verfolgt wurden. Sein Wissen gibt Rütten auch interessierten Gruppen und Schulklassen aus der Region weiter, bietet Stadtführungen, Vorträge oder Workshops zum jüdischen Leben an.
Peter Giesen setzt sich seit seiner Jugend für das naturwissenschaftliche Erbe der Region ein. Er ist aktiv in der paläontologischen Bodendenkmalpflege, also dem Schutz von Fossilien und deren Fundplätzen. Der 66-jährige Giesen hat Geologie an der Ruhr-Universität Bochum studiert und zunächst vier Jahre als Geologe in Südafrika gearbeitet. Anschließend wechselte er in ein Gutachterbüro für Umweltgeologie, für das er heute noch tätig ist. Seine Erkenntnisse und sein spezielles Wissen gibt er gerne an die breite Öffentlichkeit weiter – nicht zuletzt durch die Veröffentlichung seiner Forschungsergebnisse in populärwissenschaftlichen und wissenschaftlichen Publikationen. Darüber hinaus leitet er die Geologische Sektion des Naturwissenschaftlichen Vereins Wuppertal und ist als Vorstandsmitglied tätig.
Nik Ebert macht vor allem wegen seines kreativen Schaffens auf vielen Gebieten auf sich aufmerksam. Nach seinem Jura- und Architekturstudium vertiefte Ebert sein Zeichentalent. Fortan begann er seine Karriere als politischer Karikaturist bei der Rheinischen Post. Aber auch überregional machte er sich einen Namen – seine Arbeiten erschienen regelmäßig in den Stuttgarter Nachrichten, aber auch anderen Zeitschriften wie Stern oder Gong, und wurden mehrfach ausgezeichnet. Schließlich fanden sie den Weg in das Haus der Geschichte. 2019 präsentierte das Haus in der Ausstellung "Zugespitzt. Kanzler in der Karikatur" seine Werke. Eberts Karikaturen gehören heute zum Sammlungsbestand. Seit mehr als 30 Jahren gestaltet er die Plakate für das Highlight des Mönchengladbacher Karnevals, den Veilchendienstagszug, sowie das Titelblatt für das Karnevals-Journal "Halt Pohl".
Köln war und ist für Helmut Haumann nicht einfach ein Wohnort, sondern seine geistige Heimat. Und Haumann hat der Stadt viel zurückgegeben. Insbesondere die zwölf romanischen Kirchen Kölns sind ihm ein Herzensanliegen. Der Förderverein Romanische Kirchen Köln e. V., 1981 gegründet, widmet sich seit über 40 Jahren der Pflege, Erhaltung und Vermittlung dieser besonderen Bauwerke. Helmut Haumann ist diesem Verein seit vielen Jahren in besonderer Weise verbunden – unter anderem 20 Jahre lang als Vorsitzender.
Unter seiner Führung hat der Verein sich stark weiterentwickelt – inhaltlich, strukturell und in seiner Sichtbarkeit. Neben zahlreichen Sanierungsmaßnahmen wurden unter seiner Leitung auch neue Vermittlungsformate geschaffen: digitale Kirchenporträts, Audioführungen, Schulprojekte, öffentliche Vortragsreihen. Helmut Haumann hat es geschafft, Brücken zu bauen zwischen Kirche und Stadtverwaltung, zwischen Fachleuten und Ehrenamtlichen, zwischen Kulturinstitutionen und bürgerschaftlichem Engagement. Er hat Netzwerke geknüpft – verlässlich, sachlich, oft im Hintergrund.
Ingo Henckels ist in vielen Bereichen aktiv, insbesondere in der Denkmalpflege. Als studierter Pharmazeut führte sein Interesse ihn zu Apotheken im Bergischen Land. Er verfasste eine Studie über die Familie Hüttemann und die erste Apotheke in Solingen. 1995 kaufte Henckels den damals fast 150 Jahre alten klassizistischen Langenfelder Bahnhof und renovierte ihn. Für dessen Erhalt hatte er sich vorher intensiv eingesetzt. Darüber hinaus hat sich Ingo Henckels für den Bergischen Geschichtsverein (BGV) eingesetzt, dem er im Alter von 36 Jahren beigetreten ist. Über Jahrzehnte hat er vor allem in dessen Abteilung Leverkusen-Niederwupper als langjähriges Beiratsmitglied und als Vorsitzender gearbeitet.
Heinz Billen ist trotz seiner 88 Jahre vielseitig ehrenamtlich aktiv. Sein Engagement ist geprägt von seiner Neugier, seinem Tatendrang, seinen zahlreihen Interessen und seiner großen Kreativität. Dazu gehört unter anderem das 200 Seiten umfassende Buch zur Ortsgeschichte anlässlich der 800-Jahr-Feier von Kaldenhausen. Dies hat er ergänzt durch eine Postkarten-Serie, einem dem Anlass gewidmeten Prägewerkzeug für Medaillen sowie einem Post-Sonderstempel.
Das Engagement der Familie von Groote währt seit vielen Generationen. So kümmert sich die Familie als Erbauerin seit über 250 Jahren ehrenamtlich um den Bestand und die Unterhaltung der Kirche St. Gregorius Am Elend in Köln. Die Elendskirche, wie sie im Volksmund auch genannt wird, ist ein Barockbau und steht im Kölner Severinsviertel. Sie ist das einzige sakrale Gebäude in Köln, das sich nicht in kirchlichem, sondern in privatem Besitz befindet. Die Elendskirche, deren Geschichte bis ins 16. Jahrhundert zurückreicht, als dort statt der Kirche ein verwahrloster Friedhof war, ist heute ein Ort, der Menschen zusammenführt und als Begegnungsstätte dient – ein Ort der Kirche und Bürgerschaft verbindet.
Winfried Henrichs gründete 1985 das Stadtmuseum Mülheim-Kärlich, das er bis heute leitet. Das Museum dokumentiert das kulturelle und immaterielle Kulturerbe der Region von steinzeitlichen Funden aus Kärlicher Tongruben über die Römerzeit bis in die jüngste Gegenwart. Henrichs war und ist die treibende Kraft hinter diesem für die Stadt und ihre Bewohner*innen so wichtigen Angebot. Besonders seine Arbeit mit jungen Menschen als Lehrer und späterer Schulleiter inspirierte ihn dazu, Heimatkunde erlebbar zu machen.
Im Mittelpunkt der Würdigung steht das inklusive Projekt "Fairness durch Kampfsport – Boxen inklusiv", das der Club unter anderem gemeinsam mit der LVR-Klinik Essen durchführt. Seit 2012 trainieren hier regelmäßig junge Menschen mit und ohne psychische Erkrankung gemeinsam. In acht Trainingseinheiten pro Woche begegnen sich rund 90 Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene aus etwa 19 verschiedenen Herkunftsländern in einem professionell ausgestatteten Boxgym – mit dem Ziel, Selbstvertrauen, Respekt und Gemeinschaft zu fördern.
Das Projekt öffnet Lebenswege – insbesondere für jene jungen Menschen, die in unserer Gesellschaft sonst oft übersehen werden. Als "Dosenöffner" beschrieben, steht der Don Bosco Club Essen exemplarisch für eine Haltung: Er schafft Zugänge, Möglichkeiten und begleitet junge Menschen auf dem Weg in ein selbstbestimmtes Leben.
Getrud Kleinsorge wurde in Dortmund geboren und lebt seit über 40 Jahren in Bonn. Trotz Einschränkungen – sie ist erblindet und gehbehindert – hat sie nach ihrer Tätigkeit im Bonner Arbeitsministerium ein Telefonprojekt ins Leben gerufen: das "Telefon gegen Kummer". Über das Nachbarschaftszentrum Brüser Berg bietet sie älteren Menschen ein offenes Ohr, spendet Trost, macht Mut und vermittelt Hilfsangebote. Ihre eigene Lebenserfahrung macht sie für viele zur wichtigen Ansprechpartnerin. Die Gespräche sind nicht nur für die Anrufenden, sondern auch für sie selbst eine große Bereicherung.
Seit mehr als vier Jahrzehnten setzt sich Karin Lenhard-Moyzyczyk mit unermüdlicher Energie für die Belange von Menschen mit geistiger Behinderung ein – insbesondere in ihrer langjährigen Tätigkeit bei der Lebenshilfe Remscheid. Dort war sie zunächst hauptamtlich tätig, später über viele Jahre ehrenamtliche Vorsitzende und bis heute als stellvertretende Vorsitzende. Sie hat zahlreiche Angebote für Menschen mit Behinderung mitentwickelt – darunter das Bildungszentrum LeBiZ, das berufliche Perspektiven schafft. Auch in städtischen Gremien wie dem Inklusionsrat oder dem Beirat für die Gleichstellung engagiert sie sich bis heute. Mit dem Rheinlandtaler würdigt der Landschaftsverband Rheinland eine Persönlichkeit, die mit Herz und Haltung ein leuchtendes Beispiel für bürgerschaftliches Engagement darstellt.
Die 2004 gegründete Stiftung "Inklusion gemeinsam gestalten" ist eine Initiative der evangelischen Kirchengemeinden Meckenheim, Rheinbach, Swisttal und Wachtberg. Ihr Ziel ist es, Menschen mit Beeinträchtigungen umfassende Teilhabe am gesellschaftlichen Leben zu ermöglichen. Mit Angeboten wie inklusiver Kinder- und Jugendarbeit, Ferienfreizeiten, Einzelfallhilfen und Begegnungsprojekten schafft die Stiftung Orte der Begegnung, des Miteinanders und des Vertrauens. Sie steht für ein solidarisches Zusammenleben und zeigt, dass Inklusion konkret und nachhaltig vor Ort gelingen kann.
Seit seiner Gründung im Jahr 1991 setzt sich der Verein Kölner Runder Tisch für Integration e. V. für eine solidarische, demokratische und sozial gerechte Stadt Köln ein – für alle Menschen, unabhängig von ihrer Herkunft, Religion oder ihrem Aufenthaltsstatus. Mit seiner klaren Haltung gegen Rassismus, Diskriminierung und menschenfeindliche Entwicklungen ist der Runde Tisch seit Jahren ein verlässlicher Partner für die Stadtgesellschaft. Mit seinem Engagement trägt der Kölner Runde Tisch für Integration zur Stärkung von Demokratie, Gleichberechtigung und gesellschaftlichem Zusammenhalt bei. Er zeigt, dass Vielfalt ein gesellschaftlicher Reichtum ist und Integration eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe.
Brigitte Albrecht ist ehrenamtliche Geschäftsführerin des inklusiven Kunstcafés EinBlick. Das 2004 gegründete Kunstcafé in Kaarst ist ein Arbeits- und Integrationsprojekt für Menschen mit einer geistigen Beeinträchtigung. Ziel ist es, geistig beeinträchtigte Menschen in die Gesellschaft zu integrieren. Dazu gehören Arbeitsplätze, ein Kunstatelier für die Initiierung und Gestaltung von kreativen Prozessen sowie verschiedene Freizeitaktivitäten und kulturelle Angebote wie Segelfreizeiten, Leseklub, Mediencamps und gemeinsames Singen im Chor. Bei allen Aktivitäten steht im Vordergrund, dass der Mensch über seine Kompetenzen und nicht über seine Defizite definiert und wahrgenommen wird.
Rund 12.000 Menschen in Köln sind nach Zahlen der Stadt wohnungslos oder leben auf der Straße. Diesen Menschen Unterstützung zukommen zu lassen, dem haben sich die Kölner Vereine Helping Hands Cologne und Care 4 Cologne angenommen.
Der Verein Helping Hands Cologne e. V. wurde 2014 gegründet. Er bietet wohnungslosen Menschen bei wöchentlichen Versorgungsgängen das gesamte Jahr über Hilfe an: Immer freitags verteilen die ehrenamtlichen Aktiven frische Mahlzeiten, Heißgetränke, Hygieneartikel oder auch mal einen Schlafsack zum Nächtigen auf der Straße.
Care 4 Cologne e. V. ist ebenfalls ein vollständig aus Spenden privat finanzierter Verein. Auch seine Aktivitäten werden von ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern getragen: Zweimal wöchentlich verteilen sie rund um den Kölner Hauptbahnhof warme Mahlzeiten, Snacks, Getränke, Hygieneartikel oder auch Kleidung an Obdachlose und Bedürftige.
Der Verein "Die Wortfinder e. V." engagiert sich seit vielen Jahren für die literarische Teilhabe von Menschen mit Behinderung in Gesellschaft und Kultur. Seine Arbeit ermöglicht den Menschen zu lernen und zu erkennen, welche bislang unbekannten Talente in ihnen schlummern. Der Verein fördert das kreative Schreiben und die Literatur sowie künstlerische Gestaltungen von Menschen mit geistigen oder psychischen Beeinträchtigungen und Menschen in besonderen Lebenslagen. Darüber hinaus hat der Verein den Zweck der Erziehung, Volks- und Berufsbildung. Auch die Förderung von Wissenschaft und Forschung auf dem Gebiet der Literatur und Kunst von Menschen mit Beeinträchtigungen sowie zum Thema Inklusion gehört zu seinen Aufgaben. Der Verein trägt so zur Umsetzung der UN-Behindertenrechtkonvention und der Inklusion bei.
Bernhard von Grünberg ist seit mehr als fünf Jahrzehnten eine prägende Stimme in der Wohnungs- und Sozialpolitik – in Bonn, im Rheinland und in Nordrhein-Westfalen. Als langjähriges Mitglied des Bonner Stadtrats, der Landschaftsversammlung und des Landtags NRW sowie als engagierter Akteur im Deutschen Mieterbund hat er sich unermüdlich für die Rechte benachteiligter Menschen eingesetzt. Sein Wirken reicht von der kostenlosen Rechtsberatung bis hin zu wegweisenden Projekten im Bereich inklusiven Wohnens.
Dörte Bald wuchs in Wuppertal-Heckinghausen auf und entdeckte früh ihre Leidenschaft für Kunst, Musik und Theater. Nach dem Studium der Sonderpädagogik und Gesang ist sie seit 1999 Dozentin für Sprecherziehung an der Hochschule für Musik und Tanz Köln. Sie gründete die Kulturwerkstatt Alte Feuerwache mit, entwickelte dort Musiktheaterprojekte für Kinder und engagiert sich im interkulturellen Kulturkindergarten.
Mit ihrer Kunstfigur "Dörte aus Heckinghausen" prägt sie seit über 30 Jahren das kulturelle Leben Wuppertals. Sie gestaltete Projekte wie die "Bergische Seifenoper" und die "Barmer Küchenoper" und war mit rund 500 Beiträgen bei Radio Wuppertal präsent. 2022 gründete sie das Nachbarschaftstheater "Die Wunderbaren", eine deutsch-türkische Gruppe. Sie engagiert sich zudem für Inklusion im Schauspiel und arbeitet an einem neuen Musiktheaterstück über Herausforderungen der Innenstädte.
Der Stadtsportbund Aachen e. V. ist der örtliche Dachverband von 224 Aachener Sportvereinen und somit Interessensvertreter von ca. 62.000 Sportvereinsmitgliedern. Seit 2017 bildet Inklusion ein Thema im Handlungsbereich des Stadtsportbundes. 2019 startete das Projekt "Inklusion im Sport: Gemeinsam stark für Aachen" mit dem Ziel, die tatsächlichen Bedarfe von Menschen mit Beeinträchtigung für den Bereich Sport zu evaluieren und Handlungsempfehlungen für den Vereinssport zu geben. Parallel zur wissenschaftlichen Erhebung wurden Modellvereine praxisorientiert und engmaschig bei der Initiierung neuer inklusiver Sportangebote begleitet. Hierdurch entstanden unter anderem die Sportangebote Rollstuhlhandball, Klettern sowie ein Schwimmangebot für Kinder und Jugendliche mit Beeinträchtigung. Die praktischen Erfahrungen konnten gewinnbringend in die Handlungsempfehlungen einfließen und als Best Practice für weitere Sportvereine dienen. Das Projekt hat verdeutlicht, dass der inklusive Sport eine starke Strahlkraft durch alle gesellschaftlichen Bereiche hinweg hat.
Als Geschäftsführerin und treibende Kraft des Vereins Pro Mobil setzte sie sich über Jahrzehnte hinweg für Menschen mit Behinderung ein. Unter ihrer Leitung entstanden Projekte zum Übergang von Schule zu Beruf an mehreren Förderschulen, deren Konzepte auch vom LVR übernommen wurden. Obwohl sich Margit Benemann nun im Ruhestand befindet, betreut sie immer noch zwei Bauprojekte für Pro Mobil e. V. Benemann begann ihre Karriere bei Pro Mobil e. V., einem Dienstleister für Menschen mit Beeinträchtigungen, und entwickelte neue Angebote sowie inklusiv ausgerichtete Projekte. Sie setzte sich erfolgreich für die Inklusion in Schulen und die Eröffnung des inklusiven "Hotel Neues Pastorat" ein, das barrierefreie Übernachtungs- und Konferenzmöglichkeiten bietet.
Der Verein "autismus - einfach anders e. V." wurde 2016 gegründet und leistet einen bedeutenden Beitrag für Menschen im Autismus-Spektrum und für eine inklusive Gesellschaft. Der Verein versteht sich als Anlaufstelle für Autist*innen und ihre Angehörigen und bietet Menschen die Möglichkeit, miteinander in Kontakt zu treten. Darüber hinaus leistet der Verein wichtige Aufklärungsarbeit, um das Verständnis und die Akzeptanz in der Gesellschaft zu fördern.
Der ehemalige professionelle Handballspieler gründetet 2017 max-camp e. V. mit dem Leitgedanken Spaß an Bewegung und am Teamerlebnis zu fördern, Sport für alle zu öffnen und Teilhabe zu ermöglichen. Aus dem kleinen Verein von 2017 ist ein gemeinnütziger Träger von inklusiven, sozial ausgerichteten Angeboten geworden, der mittlerweile 57 Mitarbeitende beschäftigt – darunter auch Personen mit Behinderung. Dabei geht es nicht nur um Sport, sondern um Gesundheit, Bewegung, Ernährung, aber auch um Soziales, um Respekt füreinander, und, seit kurzem mit dem dritten Baustein, um Nachhaltigkeit und Naturerfahrung.