Auslandsadoption: Wenn Herkunft ein Leben lang beschäftigt
Zum Auftakt der neuen Reihe "Menschen.Machen.Jugendhilfe." spricht Wolfgang Köhler über Identität, Herkunft und die besonderen Herausforderungen internationaler Adoptionen.
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Die Zentrale Adoptionsstelle begleitet internationale Adoptionsverfahren und berät Adoptionsvermittlungsstellen im Rheinland. Sie unterstützt Adoptivfamilien und Adoptierte auch lange nach einer Adoption – etwa bei Fragen zur eigenen Herkunft oder bei der Suche nach leiblichen Eltern.
Herr Köhler, was macht die Zentrale Adoptionsstelle konkret?
Wir begleiten internationale Adoptionsvermittlungsverfahren und beraten die Adoptionsvermittlungsstellen im Rheinland fachlich. Außerdem unterstützen wir Adoptivfamilien und Adoptierte auch nach der Vermittlung. Ein weiterer Teil unserer Arbeit betrifft gerichtliche Adoptionsverfahren mit Auslandsbezug.
Was wird bei Auslandsadoptionen häufig unterschätzt?
Kinder, die aus dem Ausland adoptiert werden, stehen bei ihrer Identitätsentwicklung oft vor besonderen Herausforderungen. Sie wachsen in Deutschland auf und fühlen sich hier zu Hause. Gleichzeitig erleben manche, dass sie aufgrund ihres Aussehens anders wahrgenommen werden oder Diskriminierung erfahren.
Viele Auslandsadoptierte beschäftigt deshalb auch im Erwachsenenalter die Frage, wie sie ihre unterschiedlichen biografischen und kulturellen Bezüge miteinander verbinden können.
„Viele Auslandsadoptierte stehen auch noch im Erwachsenenalter vor der Herausforderung, die unterschiedlichen biografischen und kulturellen Bezüge miteinander zu verbinden.“
Warum ist Begleitung auch Jahre nach einer Adoption wichtig?
Fragen zur eigenen Herkunft entstehen nicht immer direkt nach der Adoption. Sie können erst später eine größere Bedeutung bekommen – etwa wenn Adoptierte mehr über ihre leiblichen Eltern oder ihre Biografie erfahren möchten.
Die Zentrale Adoptionsstelle unterstützt unter anderem bei der Einsicht in die Adoptionsakte und hilft dabei, die darin enthaltenen Informationen einzuordnen. Wenn der Wunsch entsteht, nach der Herkunftsfamilie im Ausland zu suchen, berät sie auch zu den bestehenden Möglichkeiten.
Mit der neuen Reihe „Menschen.Machen.Jugendhilfe.“ stellt das LVR-Landesjugendamt Rheinland Mitarbeitende und ihre Arbeitsfelder vor. Die Reihe zeigt, was ihre Arbeit konkret für Kinder, Jugendliche und Familien bedeutet.